Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)

Entstehung und Entwicklung
Im Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) steht der „Erziehungsgedanke“ als wesentlicher Grundgedanke des Jugendstrafrechts / Jugendstrafverfahrens im Vordergrund. Die Labora gGmbH bietet seit Januar 2003 jungen Straftätern / Straftäterinnen in Konfliktsituation die Möglichkeit, mit Hilfestellung / Unterstützung eines Vermittlers (MediatorIn), den der Straftat zugrunde liegenden zwischenmenschlichen Konflikt, im geschützten Rahmen mit dem Opfer zu lösen. Im Mittelpunkt des Täter-Opfer-Ausgleiches stehen die Aufarbeitung der Tat, ihre Folgen und die Vereinbarung von Wiedergutmachungsleistungen des Täters an die /den Geschädigte(n). Der Täter-Opfer-Ausgleich beruht auf unbedingter Freiwilligkeit beider Parteien. Es gelten u. a. die §§ 10, 45, 47 JGG. Zum Bemühen im Rahmen des TOA gehören echte Auseinandersetzung mit dem eigenem Tun, sowie auch ein Ernstnehmen der Opferbelange. Über die konkrete Schadenswiedergutmachung und Konfliktschlichtung hinaus (wie z. B. Schmerzensgeld oder Schadensersatz zu zahlen, freiwillige Arbeitsstunden – auch teilvergütet – zur Schadensregulierung für das Opfer zu erbringen oder sich persönlich zu entschuldigen) sind die Ziele des TOA:

Zielgruppe
Die Maßnahme richtet sich an junge Menschen (TäterInnen) zwischen 14 und 21 Jahren, die ihren ersten Wohnsitz im Landkreis Peine haben und aufgrund einer Straftat vom Amtsgericht Braunschweig oder Peine zu einer ambulanten Maßnahme nach dem Jugendgerichtsgesetz – Täter-Opfer-Ausgleich - verurteilt wurden oder die sich freiwillig um einen Ausgleich mit Konfliktbeteiligten bemühen. Die Opfer (0 – 99 Jahre) können auch außerhalb des Landkreises Peine ihren ersten Wohnsitz haben.

Inhalte und Ziele

  •     Opferbelange im Rahmen der Strafverfolgung stärker zur Geltung zu bringen
  •     TäterInnen die von ihnen verletzte Norm zu verdeutlichen
  •     Strafende Reaktionen entbehrlich zu machen bzw. abzumildern
  •     Den Konfliktparteien zivilrechtliche Auseinandersetzungen um Schadensersatz oder
        Schmerzensgeld zu ersparen bzw. hierbei ressourcenorientierte Hilfestellung zu leisten
  •     Förderung eines angemessenen Umgangs mit Gefühlen
  •     Krisenintervention
  •     Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Werte
  •     Entwicklung eines realistischen Selbstbildes
  •     Auseinandersetzung mit Menschen und Situationen
  •     Förderung von Toleranz und Respekt