Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)

Entstehung und Entwicklung
Seit 2005 bietet die LABORA gGmbH das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) als deliktspezifisches Gruppentraining für Mehrfachgewalttäter an. Pro Kurs können 6 bis 8 Teilnehmer aufgenommen werden. Dem Training liegt ein humanistisches Menschenbild zugrunde, weshalb Wertschätzung und Respekt gegenüber den Mitmenschen sowie die kritische Betrachtung von Verhalten und Handeln als selbstverständlich angesehen werden. Der Teilnehmer wird in seiner Person wertgeschätzt und mit seinem Fehlverhalten sowie seiner Aggressivität und Gewalttätigkeit konfrontiert.

Zielgruppe
Das Training richtet sich an männliche Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 14 bis 21 Jahren, die ihren ersten Wohnsitz im Landkreis Peine haben und wegen ihrer Gewaltbereitschaft und Gewalttätigkeit auffällig und delinquent sind. Ausschlusskriterien sind: akute Drogen- und Alkoholabhängigkeit (Sucht); psychiatrische Indikatoren, Suizidalität, starke Einschränkungen im sprachlichen und kognitiven Bereich sowie die Einbindung in kriminelle Strukturen mit hohem Organisationsgrad. Die Zuweisung erfolgt durch das Jugendamt Peine. Die Trainingsdauer beträgt 6 Monate.

Inhalte und Ziele

Das Hauptziel des Trainings ist es, zukünftig ein gewaltfreies Leben zu führen, wodurch weitere Opfer vermieden werden und insgesamt eine günstigere Legalprognose abgegeben werden kann.

  •     Die Teilnehmer setzen sich mit der Straftat und ihrem Gewaltverhalten und den damit
        verbundenen Gewaltauslösern sowie Rechtfertigungsstrategien auseinander.
  •     Die Teilnehmer reflektieren die Rolle des Opfers und deren Folgen, sie entwickeln Opferempathie.
  •     Die Teilnehmer übernehmen für ihr eigenes Handeln Verantwortung und sind in der Lage, sich von
        gewaltträchtigen Konflikt- und Gruppendynamiken abzugrenzen.
  •     Die Teilnehmer üben alternative Konfliktlösungsstrategien ein, um kritische Lebenssituationen
        zu bewältigen.

Bei Bedarf wird das „geschlossene“ Gruppentraining erweitert durch ein individualisiertes Hilfesystem in Abstimmung mit dem Teilnehmer/Erziehungsberechtigten.